CRISPR-Whisper · BioWissKomm · Dresden 2026
CRISPR-Whisper
Die CRISPR-Roadshow ist Teil von CRISPR-Whisper. Dieses Projekt von BioWissKomm hat das Ziel, aktuelle Forschung rund um CRISPR-Cas und andere moderne Themen der Molekularbiologie verständlich, praktisch und öffentlich zugänglich zu machen.
Das Besondere daran: CRISPR-Whisper richtet sich bewusst an ein sehr vielfältiges Publikum – an Menschen unterschiedlichen Alters, aus allen Berufsgruppen und mit ganz verschiedenen Zugängen zu Wissenschaft; ausdrücklich auch an diejenigen, die erst entdecken möchten, wie spannend und verständlich Forschung sein kann.
Gefördert hat dieses Projekt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Schwerpunktprogramms SPP 2141.
Die CRISPR-Roadshow und ihr Abschluss in Dresden
Die CRISPR-Roadshow brachte Forschung dorthin, wo Menschen ihr unmittelbar begegnen können: in Labore, Wissenschaftsforen, Diskussionsräume, Ausstellungen und auf die Bühne. In bislang 12 Veranstaltungen in 10 Städten konnten Interessierte ohne Vorkenntnisse Vorträge besuchen, Fragen an Expertinnen und Experten stellen, Forschungseinrichtungen kennenlernen und in Laborkursen selbst ein CRISPR-Experiment durchführen.
Dabei war die Roadshow keine Wissensvermittlung „von oben“, sondern eine Einladung zum offenen Gespräch und Mitmachen. Teilnehmende konnten fragen, Forschende erklärten und diskutierten – und gemeinsam wurde sichtbar, wie Wissenschaft arbeitet: mit Neugier, kritischem Hinterfragen, ethischen Abwägungen, dem Mut, Neues zu denken.
Die Roadshow vom 26. bis 29. März 2026 in Dresden bildete den vorerst letzten Halt dieses Projekts. Die Roadshow soll aber auch in Zukunft Interesse an Wissenschaft wecken und nicht nur Schülerinnen und Schülern, sondern alle interessierten Gruppen aus der Gesellschaft anregen, einen Blick in die Forschung und ihre gesellschaftlichen Konsequenzen zu werfen. BioWissKomm ist gerne bereit, einzelne Roadshow-Module oder auch Kombinationen zu organisieren und durchzuführen (info@biowisskomm.de).
Welche Formate gab es in Dresden?
Ein besonderes Highlight der Roadshow waren die beiden Laborkurse „Selber CRISPRn“ an der TU Dresden. Unter fachlicher Anleitung konnten Teilnehmende mit CRISPR-Cas ein Gen in E. coli ausschalten und die Veränderung anschließend sichtbar nachvollziehen. Aus einem abstrakten Begriff – „Genschere“ – wurde ein eigenes Experiment.
Bei den Abendvorträgen haben hochkarätige Experten einen tiefen Einblick in die Wissenschaft gegeben. Von den Grundlagen über CRISPR-Cas, über die aktuelle Forschung, die Anwendung bei der Gentherapie bis hin zu ethischen Fragestellungen - alle Beteiligten haben mit vielen neuen Eindrücken den Hörsaal verlassen. Beim Getränken und Snacks wurde mit den Experten diskutiert.
Im Forum „Sie fragen – wir erklären“ konnten Fragen zu CRISPR-Cas, Anwendungen und ethischen Aspekten eingebracht und mit Expertinnen und Experten diskutiert werden. Die Roadshow zeigte damit: Gute Wissenschaftskommunikation beginnt dort, wo echte Fragen zugelassen werden.
Ist die Apokalypse ist unausweichlich? Und falls sie eintrifft: wird die Menschheit verdursten, ertrinken oder von Aliens gefressen werden? Im Science Café haben die Teilnehmenden mehr oder weniger realistische Szenarien für den Weltuntergang entwickelt und Konzepte wie wie man mit CRISPR-Cas Menschen so modifizieren kann, dass sie die Katastrophe überleben. Keine Idee war zu absurd, um sie mit einem Augenzwinken wissenschaftlich zu diskutieren!
Mit dem Workshop „Wissen schafft Kunst“ und der Ausstellung „Bakteriopolis und CRISPR-Whisper“ öffnete die Roadshow Zugänge, die über klassische Vorträge hinausgingen. Wissenschaft wurde sichtbar, hörbar, spielerisch und emotional erfahrbar. In kleinen Gruppen schafften die Teilnehmenden bleibende Kunstwerke, die Hoffnungen, Sorgen und Ängste im Zusammenhang mit neuen Technologien zum Ausdruck bringen.
Ein besonderes Erlebnis schaffte die Künsterlein Miriam Miron Flick mit ihrer Theaterperformance „Micro*Scope – Fokus Wissenschaftlerin“ .
Darin reflektiert sie den Forscheralltag einer Wissenschaftlerin aus Sicht einer Künstlerin. Mit einem Klick erleben Sie einmalige Bilder, die in Erinnerung bleiben und zum Weiterdenken anregen.
Laborführungen am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) und am Zentrum für Regenerative Therapien (CRTD) ermöglichten Einblicke in Orte, an denen moderne biologische Forschung tatsächlich stattfindet. Für viele Besucherinnen und Besucher war das ein anderer Zugang als ein Lehrbuch, ein Vortrag oder ein Film: Forschung wurde räumlich, technisch und menschlich greifbar.
Abbildungsquelle: CRISPR-Whisper-Website
Besonders im Laborkurs wurde sichtbar: Ein Versuch heißt Versuch, weil man etwas versucht. Die gemeinsame Auswertung der Ergebnisse zeigte, dass Fehler keine Störung des Lernens sind, sondern ein zentraler Teil wissenschaftlicher Arbeit.
Dazu gibt's einen großartigen Artikel in Biologie in unserer Zeit
sowie einen Blog auf der CRISPR-Whisper-Website